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    ARTOS – Artikulationsarbeit in Offshoringprojekten kleiner und mittlerer Unternehmen der Software-Branche

    Laufzeit: 2008-2010

    Förderung: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

    Ansprechpartner: Alexander Boden M.A.

    Offshore-Outsourcing – kurz Offshoring – hat sich in den letzten Jahren als wichtige Geschäftsstrategie deutscher kleiner und mittelständischer Unternehmen (KMU) der Software-Branche etabliert. Die Forschung zu Offshoring von Softwareentwicklung beschäftigt sich bisher vor allem mit Großunternehmen und Fragen der Standardisierung und Formalisierung der Geschäfts- und Softwareentwicklungsprozesse. Aufgrund ihrer geringen Größe und der oft auf starke Kundenbindung ausgerichteten Geschäftsmodelle setzen KMU jedoch häufig auf einen sehr flexiblen und informellen Umgang mit Koordinationsmechanismen, Arbeitsteilung und Hierarchien. Die damit einhergehende Agilität ist dabei ein wichtiger Wettbewerbsvorteil insbesondere gegenüber größeren Konkurrenten.

    Die Aufrechterhaltung von Flexibilität und Kundenbindung unter den Bedingungen des Offshorings stellt KMU vor große Herausforderungen: Zu den üblichen Problemen verteilter Kooperation kommen hier insbesondere solche hinsichtlich zeitlich-räumlicher sowie kulturell-sprachlicher Differenzen hinzu. Agile Entwicklungsmethoden basieren wesentlich auf intensiver Kommunikation und Team-Interaktion und sind daher von den mit Offshoring einhergehenden Problemen besonders stark betroffen. Angesichts hoher Komplexität der Projektkoordination und geringer finanzieller Spielräume laufen KMU Gefahr, durch Offshoring hohe Risiken einzugehen und wichtige Wettbewerbsvorteile einzubüßen. Gleichzeitig fehlen derzeit gesicherte Erkenntnisse darüber, wie KMU auf die Herausforderungen des Offshorings reagieren und wie Unternehmen bei der flexiblen Umsetzung verteilter Softwareentwicklungsprojekte technisch besser unterstützt werden können.

    Um die spezifischen Anforderungen kleiner und mittelständischer Unternehmen besser verstehen zu können, sollen mittels empirischer ethnographischer Methoden explorative Fallstudien in mehreren deutschen KMU erhoben werden. Bei der Analyse des Offshorings fokussiert das Projekt insbesondere auf die Rolle von Articulation Work (Artikulationsarbeit) im Sinne des soziologischen Rahmenwerks von Anselm Strauss. Artikulationsarbeit beschreibt unterschiedliche Formen informeller Ad-hoc-Koordination auf der Mitarbeiterebene, die für die flexible Abwicklung von Offshoringprojekten deutscher KMU von großer Bedeutung sein dürften. Besondere Schwerpunkte sollen dabei zudem auf dem Verhältnis von informeller Artikulationsarbeit zu formalen Formen von Koordination sowie der Rolle von Artefakten und Medien liegen.

    Die Forschungsmethodik des Projekts konzentriert sich besonders auf teilnehmende Beobachtung der Arbeitspraktiken von Softwareentwicklern in der Praxis des Offshorings. Durch die ergänzende Berücksichtigung von Interviews und die Auswertung von Artefakten wie Log-Files soll im Rahmen der Studie ein detailliertes Bild der Praxis deutscher KMU beim Offshoring gezeichnet werden. Die gewonnenen Erkenntnisse können zudem für die Entwicklung von Software genutzt werden, die deutsche KMU bei der Abwicklung globaler Entwicklungsprojekte besser unterstützt.

    Weitere Informationen unter www.artos.uni-siegen.de

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