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    28. Mai 2007

    Deutsche Forschungsgemeinschaft bewilligt Forschungsverbund „Kontextadaptive Interaktion in kooperativen Wissensprozessen“

    Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat die Förderung des Forschungsverbunds „Kontextadaptive Interaktion in kooperativen Wissensprozessen“ (CONTici) bekannt gegeben. Der Forschungsverbund wird von der Universität Siegen angeführt (Prof. Dr. V. Wulf, Prof. Dr. V. Pipek). Daneben sind die RWTH Aachen (Prof. Dr. M. Jarke, Dr. R. Klamma), Universität Duisburg-Essen (Prof. Dr. J. Ziegler) und die FernUniversität Hagen (Prof. Dr. J. Haake; Prof. Dr. S. Lukosch) beteiligt.

    Mit diesem Vorhaben fördert die DFG zum ersten Mal einen größeren Informatikverbund an der Schnittstelle der Forschungsfelder Human Computer Interaction (HCI, deutsch: Mensch-Computer-Interaktion) und Computer Supported Cooperative Work (CSCW, deutsch: Computergestützte Gruppenarbeit). Vor dem Hintergrund der zunehmenden Integration von Computerartefakten in Arbeitspraxis und Lebensalltag ihrer Nutzer kommt diesen Forschungsfeldern eine besondere Rolle zu.

    Ausgangslage dieses Projektes ist die Tatsache, dass heutzutage in Unternehmen häufig an komplexen Problemen gearbeitet wird, zu denen es keine strukturiert vorgegebene Lösungen oder Lösungswege gibt. Solche Unternehmensprozesse sind typischerweise wissensintensiv, situiert und bieten erhebliches Potential, von Computern intensiv unterstützt zu werden. Computeranwendungen sind aber bisher nicht flexibel genug gestaltet, um der großen Spannbreite und Dynamik der Anforderungen gerecht zu werden. Dort setzt das Forschungsvorhaben an und sucht nach Möglichkeiten, wissensintensive Arbeitspraktiken durch hochflexible Computersysteme zu unterstützen.

    Ziel des Forschungsprojektes ist es, Kontexte wissensintensiver, kollaborativer Arbeit beispielhaft zu analysieren und Aspekte zu identifizieren, die durch situationsabhängige System-Anpassung besonders effektiv unterstützt werden können. Dazu wird zunächst erforscht, wie der Nutzungskontext in Informationssystemen modelliert und dargestellt werden und mit welchen Methoden das Kontextmanagement dies unterstützt werden kann. Des weiteren werden automatische und manuelle Adaptionsverfahren untersucht, die eine kontextspezifische Flexibilisierung von Computeranwendungen erlauben. Für die automatische Adaption sind vor allem die notwendigen Algorithmen (für Computer verständliche Handlungsvorschriften) zu entwickelt. Bezüglich der manuellen Adaption liegt der Forschungsfokus auf Techniken, die Anpassungen für Benutzer nachvollziehbar und kontrollierbar machen.

    Die Universität Siegen wird sich insbesondere dem Teilprojekt „MixedMediaInteract – Technische Unterstützung von Adaptivität und Anpassbarkeit in der cross-medialen Wissensarbeit“ widmen, in dem eine Architektur zur Unterstützung situierter wissensintensiver Arbeitspraktiken unter Einbeziehung von Tagging-Verfahren wie Barcode oder RFID entwickelt wird. Diese Architektur soll insbesondere Endanwendern das Anpassen der technischen Infrastrukturen ermöglichen.

    Viele Untersuchungen im Bereich Wissensmanagement haben ergeben, dass Wissensarbeiter beim Lösen konkreter Aufgaben die Ergebnisse in sehr unterschiedlichen Medien repräsentieren (digitalen wie auch realweltlichen). So können beispielsweise Produktmodelle sowohl als physische Prototypen wie auch als Computermodelle repräsentiert werden. Für die gemeinsame Wissensarbeit müssen diese Medien und Repräsentationen passend zum Arbeitskontext konfiguriert und kombiniert werden. Dabei sollen vor allem der räumliche Kontext (Wo findet die Interaktion statt?), der zeitliche Kontext (Wann findet die Interaktion statt), der Kontext (Welche Akteure und Dinge sind Teil der Interaktion?) und der Wissenskontext (Die Wissensrepräsentationen welcher Nutzer sind integriert?) Berücksichtigung finden.

    Die so durch Kontextinformationen angereicherten Mixed-Media-Repräsentation erleichtern die Arbeit, indem sich Benutzer systemunterstützt schnell wieder in den letzten Projektstand einfinden und die Arbeit mit den betreffenden Wissensobjekten schnell und einfach fortsetzen können. Obwohl nicht vollständig digitalisiert, werden so z. B. Existenz und Ort von realweltlichen Wissensartefakten in der virtuellen Sphäre greifbar.

    Prof. Dr. Volker Wulf vom Institut für Wirtschaftsinformatik der Universität Siegen fungiert als Sprecher dieses Forschungsverbundes. Die DFG wird den Forschungsverbund über einen Zeitraum von zunächst drei Jahren fördern.