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    FOREA – Entscheidungswege und Entscheidungsfindung in der Forstwirtschaft: Eine ethnographische Analyse zur Entwicklung von digitalen Lösungswegen

    Laufzeit: 10.2022 – 04.2025

    Förderung: BMEL (Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft) mit der FNR (Fachagentur nachwachsende Rohstoffe) als Projektträger

    Ansprechpartner: Max Krüger – Felix Carros

    Projektwebsite: forea.digital

    Ausgangslage

    Durch den Klimawandel ist eine tiefgreifende Umwandlung der Wald- und Forstflächen erforderlich, wie es sie seit über hundert Jahren nicht mehr gegeben hat: Die Baumartenwahl muss ganzheitlich angepasst werden, damit zusammenhängend die Forstbewirtschaftung neu gedacht, die Holzernte und Logistikketten adaptiert sowie be- und verarbeitende Betriebe (z.B. Einschittstechnologien, Sortierung, Verleimung etc.) technisch umgestellt werden können. Daraus ergeben sich signifikante Änderungen im globalen Holzmarkt-. Neue Ansätze werden für die holzbasierte Bioökonomie, bspw, im Holzbau, bei Holzwerkstoffe und dem Holzaufschluss, benötigt.

    Gleichzeitig kommt es in Deutschland zu einem „Waldsterben 2.0“, insbesondere von Fichten-, zunehmend aber auch von anderen Waldarten wie Buchenwäldern. Neben den gravierenden ökologischen Folgen geht dies mit erheblichen Einbußen im Holzwirtschaftssektor einher. Bund und Länder entwickelten bereits diverse Strategien und Vorgaben zur Eindämmung dieser Problematik und zur Anpassung des Waldbaus an den Klimawandel, die an Förster und Waldbesitzer über verschiedene Wege herangetragen werden. Letztendlich gibt es jedoch eine Differenz zwischen diesen Vorgaben bzw. Strategien und deren Umsetzung in der forstwirtschaftlichen Praxis. Letztere ist komplex und wird durch unterschiedliche Akteure bestimmt, deren Handlungen wiederum durch verschiedene Informationsquellen und Beweggründe beeinflusst werden: So bestehen bspw. unterschiedliche Verwertungsziele, Eigentums- bzw. Handlungsverhältnisse sowie Interessenslagen des Privatwalds (der hauptsächlich aber nicht ausschließlich der wirtschaftlichen Holzgewinnung, also einem monetären Primärinteresse, dient), des Walds in öffentlicher Hand (der auch Ziele wie Naturschutz und Tourismus fokussiert), sowie unterschiedliche Waldkulissen (Natura2000, Schutzwälder, Bannwälder etc.). Zusätzlich werden weitere Anreize für bestimmte Umsetzungsmaßnahmen entwickelt, wie z.B. Vertragsnaturschutz, Förderung für nachhaltige Waldbewirtschaftung oder Monetarisierung von Ökosystemdienstleistungen des Waldes. Darüber hinaus bestehen spezifische lokale Regularien und Gegebenheiten, wie zum Beispiel lokalpolitische Vorgaben (bspw. die Bedeutung eines Waldgebietes für Tourismus, bestimmte Besitzverhältnisse, etc.), spezifische natürliche Gegebenheiten oder sogar Neigungen und umweltpolitische Überzeugungen der Eigentümer und zuständigen Förster. Ausgehend von der Vielzahl an bestehenden Konzepten, lokalen Gegebenheiten und der inhärenten Planungsunsicherheit durch den Klimawandel möchten wir erforschen, wie genau der Wald in der Praxis an den Klimawandel angepasst wird.

    Ziele des Vorhabens

    Diese komplexen Mechaniken und die Frage, wie genau Konzepte zur Anpassung des Waldes an den Klimawandel in spezifischen Settings umgesetzt werden, sind aus wissenschaftlicher Sicht noch weitgehend unerforscht. Ausgehend von der oben beschriebenen Problemstellung möchten wir in mehreren ethnografischen Studien die konkrete, situierte Umsetzung von Anpassungsmaßnahmen in verschiedenen Waldgebieten untersuchen. Diese Betrachtung verfolgt zwei konsekutive Ziele:

    1) ein vertieftes Verständnis der Umsetzung klimaangepasster Waldbaukonzepte in der Praxis zu erlangen und bspw. Hürden bei der Umsetzung von Klimaanpassungsstrategien zu identifizieren.

    2) Hierauf aufbauend werden sozio-technische Interventionsmöglichkeiten identifiziert, um die eigentliche Forstpraxis hinsichtlich klimapolitischen Anpassungszielen zu verbessern. Solche Maßnahmen zielen darauf z.B. Bildung und Wissen, Planung und Umsetzung, politische oder finanzielle Instrumente zu unterstützen.

    Für diese, zu erarbeitenden Dimensionen werden dann mit Hilfe von methodologischen Ansätzen wie Design Thinking oder Participatory Design Konzepte für innovative sozio-technische Maßnahmen entwickelt. Hierbei nehmen digitale Tools eine wichtige Rolle ein, da sie die direkte Planungspraxis im Wald unterstützen, den Transfer von Klimawissen und entsprechende Bildungsmaßnahmen verbessern oder Planungsgrundlage für zusätzliche finanzielle Anreize schaffen (z.B. Gewinne aus multifunktionaler Waldnutzung und somit CO2-Einsparungen oder andere Ökosystemdienstleistungen durch Wälder).

    Kooperationen gesucht
    Wir suchen weiterhin Stakeholder im Themenfeld Forst. Wir wollen mit Ihnen gemeinsam herausfinden, was für den Wald von morgen wichtig ist und darauf achten das alle Anspruchsgruppen einbezogen werden. Geben Sie uns gerne Bescheid, wenn Sie Interesse daran haben mit uns zu kooperieren und mit uns Ihre Erfahrungen teilen wollen oder an Workshops/Vorträgen/Interviews zu der Thematik teilnehmen möchten.

    Auch Abschlussarbeiten können innerhalb des Projektes grundsätzlich durchgeführt werden, sprechen Sie uns dazu am besten an.

    Publikationen

    2022


    • Krüger, M., Carros, F., Ahmadi, M., de Leal, D. C., Brandt, M. & Wulf, V. (2022)Understanding Forestry Practices to Support Climate Adaption

      Adjunct Proceedings of the 2022 Nordic Human-Computer Interaction Conference. New York, NY, USA, Publisher: Association for Computing Machinery, Pages: 1–6 doi:10.1145/3547522.3547677
      [BibTeX] [Abstract] [Download PDF]

      Forests and their management practices are under considerable pressure to adapt to a changing climate. This study reports on early results on the adaptation of forests and forestry practices in Europe. Our study confirms the social and situated nature of forestry and climate adaption and found that the absence of appropriate knowledge and the multi-actor nature of the forest are central challenges for the necessary adaptation. These challenges are well known to HCI research and resonate with approaches to knowledge management and participation of multiple actors in design. The forest however also challenges existing approaches in return. This makes the forest a site not just for urgent action to realise its role in climate mitigation, but also for the production of HCI knowledge.

      @inproceedings{kruger_understanding_2022-1,
      address = {New York, NY, USA},
      series = {{NordiCHI} '22},
      title = {Understanding {Forestry} {Practices} to {Support} {Climate} {Adaption}},
      isbn = {978-1-4503-9448-2},
      url = {https://doi.org/10.1145/3547522.3547677},
      doi = {10.1145/3547522.3547677},
      abstract = {Forests and their management practices are under considerable pressure to adapt to a changing climate. This study reports on early results on the adaptation of forests and forestry practices in Europe. Our study confirms the social and situated nature of forestry and climate adaption and found that the absence of appropriate knowledge and the multi-actor nature of the forest are central challenges for the necessary adaptation. These challenges are well known to HCI research and resonate with approaches to knowledge management and participation of multiple actors in design. The forest however also challenges existing approaches in return. This makes the forest a site not just for urgent action to realise its role in climate mitigation, but also for the production of HCI knowledge.},
      urldate = {2022-10-07},
      booktitle = {Adjunct {Proceedings} of the 2022 {Nordic} {Human}-{Computer} {Interaction} {Conference}},
      publisher = {Association for Computing Machinery},
      author = {Krüger, Max and Carros, Felix and Ahmadi, Michael and Leal, Debora de Castro and Brandt, Maximilian and Wulf, Volker},
      month = oct,
      year = {2022},
      keywords = {sustainability, climate, conservation, environmental stewardship, forestry, forests, forea},
      pages = {1--6},
      }